Die Ansgar-Kirche

Eine schön ausgeschmückte Holzkirche

Das Christentum hat die Stadt Ripa erreicht

Der Handelsplatz beim Fluss Ripa Å ist seit langem ein Zentrum für den lokalen und internationalen Handel. Im Laufe der Jahre kommen mehr und mehr Anhänger des Weißen Christus, und auch einige der Anwohner lassen sich in dem neuen Glauben taufen.

Das führt gelegentlich zu Auseinandersetzungen mit den Wikingern, die nach alten Brauch leben. Die meisten Händler sehen, was ihren Interessen am besten dient und halten sich deshalb in Glaubensfragen bedeckt. Auf dem Ripa Markt werden z. B. sowohl Thorshämmer als auch Christuskreuze produziert, je nachdem, was der Kunde will.

Neue Erkenntnisse

Die Ausgrabungen der letzten Jahre rund um den Dom in Ribe, brachten neue Erkenntnisse über die Geschichte des frühen Christentums in Dänemark. Die Archäologen haben u.a. christliche Gräber aus dem 9. Jahrhundert gefunden, und Analysen stellen fest, dass es sich dabei um in Ripa und Umgebung aufgewachsene Menschen handelte. Das bedeutet, dass es schon christliche Dänen mindestens 100 Jahre früher gab, bevor Harald Blauzahn auf dem Runenstein in Jelling schrieb, dass er "die Dänen zu Christen gemacht hat".

Vom Heidentum zum Christentum

Die Wikinger in Ribe hatten enge Handelskontakte mit Dorestad und den Gebieten entlang des Rheins, und daher kannten sich auch viele mit den Christen und dem Christentum aus.  Unter den ausländischen Händlern, die zu Ribe kamen, gab es zweifellos auch viele Christen, die gern ihren Glauben in einer Kirche mit Gleichgesinnten ausüben wollten. Einige Händler wollten gar nicht mit Heiden handeln, so dass es gute Gründe dafür gab, warum der dänische König Horik Mitte des 8. Jahrhunderts den christlichen Bischof und Missionar Ansgar erlaubte, Kirchen in den wichtigsten Handelsstädten zu bauen. Erst in Haithabu und ca. 10 Jahre später in Ribe.

Die meisten Menschen hielten am nordischen Götterglauben mit Odin und Thor fest. Archäologen schätzen jedoch anhand der Anzahl der christlichen Gräber, dass es in Ribe und im umliegenden Land eine christliche Gemeinde von bis zu mehreren tausend Mitglieder gegeben hat. Der Umfang des Friedhofs weist auch darauf hin, dass die Kirche in Ribe wahrscheinlich die Tauf- und Hauptkirche für eine sehr große ländliche Gegend war, vielleicht für ganz Jütland.

Die Überreste der Kirche, die Ansgar im Jahr 855 bauen durfte, liegt wahrscheinlich unter den heutigen Dom von Ribe.

Die Rekonstruktion der Ansgar-Kirche

Zwar gibt es keine konkrete Spur der Kirche, aber es gibt ausreichende allgemeine Kenntnisse der Kirchenbauten aus dem 9. Jahrhundert, so dass das Ribe VikingeCenter in der Lage ist, eine Rekonstruktion der Ansgar-Kirche aus dem Jahr 860 zu bauen.

Größe und Konstruktion der Kirche beruhen auf einem archäologischen Fund in Tostedt in der Nähe von Hamburg, wo Ansgar Bischof war. Die Ausschmückung der Kirche ist im typischen Stil jener Zeit: Eine Kombination von nordischen Holzschnitzereien außerhalb und kontinental inspirierten Gemälden im Inneren der Kirche.

 

Das Ribe VikingeCenter Projekt 'Die ersten Christen in Dänemark' umfasst die Rekonstruktionen vom Ripa Hafen, Anno 750 und von der Ansgar-Kirche, Anno 860. Das Bauvorhaben dauert von 2015 bis Ende 2017 und wird mit Unterstützung der Stiftung A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal durchgeführt.